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Landrat Czupalla leitet letztmalig Kreistag
Zum heutigen Abschied von Landrat Michael Czupalla aus der aktiven Kommunalpolitik sagt der Vorsitzende der LINKEN im Kreistag, Dr. Michael Friedrich:
Es gibt mindestens eine Generation im Altkreis Delitzsch und jetzt in Nordsachsen, die Zeit ihres Lebens keinen anderen Landrat als Czupalla kennengelernt hat. 1990 vom damaligen Kreistag gewählt und danach dreimal von der Bevölkerung in Direktwahlen trotz zwei Kreisreformen bestätigt ist eine Leistung, der auch von uns Respekt gezollt wird. Namens der LINKEN Fraktion möchte ich mich heute an Ihrem letzten Arbeitstag für die ganz überwiegend faire Zusammenarbeit mit Ihnen, Herr Landrat Czupalla und Ihrer Verwaltung bedanken.
Zum heutigen Abschied von Landrat Michael Czupalla aus der aktiven Kommunalpolitik sagt der Vorsitzende der LINKEN im Kreistag, Dr. Michael Friedrich:
Es gibt mindestens eine Generation im Altkreis Delitzsch und jetzt in Nordsachsen, die Zeit ihres Lebens keinen anderen Landrat als Czupalla kennengelernt hat. 1990 vom damaligen Kreistag gewählt und danach dreimal von der Bevölkerung in Direktwahlen trotz zwei Kreisreformen bestätigt ist eine Leistung, der auch von uns Respekt gezollt wird. Namens der LINKEN Fraktion möchte ich mich heute an Ihrem letzten Arbeitstag für die ganz überwiegend faire Zusammenarbeit mit Ihnen, Herr Landrat Czupalla und Ihrer Verwaltung bedanken.
Ich gehöre dem Kreistag nun seit 21 Jahren an und darf mir dieses Urteil erlauben. Als langjähriger kommunalpolitischer Sprecher meiner Landtagsfraktion habe ich manch einen Landrat kommen und gehen sehen. Nicht immer waren die Abgänge glanzvoll. Sie aber Herr Czupalla sind geblieben und an den Aufgaben gewachsen. Sie versprühen auch nach 25 Jahren Landrat eine Dynamik und einen Optimismus, die manch einem Vierzigjährigen abgeht. Sie haben sich immer dann wenn es schwierig wurde nicht weggeduckt, sondern mitten im Brennpunkt Gesicht gezeigt, egal ob das nun die beiden Flutereignisse waren, die Sicherung unserer kommunalen Krankenhäuser oder aktuell die Asylproblematik. Dort stehen Sie für eine klare Kante für Menschlichkeit und gegen Rassismus, was wir ausdrücklich begrüßen. Nicht ganz unwichtig auch: Sie haben Ihren Abgang erkennbar selbstbestimmt gewählt, was Respekt verdient.
Sie waren und sind kein Aktenfresser, was Sie als Landrat auch nicht sein müssen. Dafür haben Sie eine gut aufgestellte Verwaltung, die Ihnen den Rücken frei hält. Ihre Stärke besteht darin gut zu Netz werken, exzellent den Landkreis zu repräsentieren, Bündnisse zu schmieden, die mächtigen Sparkassen mit ins Boot zu holen und vor allem auch Kritiker und Andersdenkende einzubeziehen. Ihrer Einladung zur konstruktiven Mitarbeit bei Sachfragen konnte man sich kaum entziehen. Die Anzahl der von Ihnen ins Leben gerufenen Arbeitsgruppen ist legendär. Oft kommt dabei Sinnvolles heraus wie bei der anstehenden Novellierung des Schulgesetzes. Manches verläuft auch im Sande und zeigt eine eher schwache Wirkung wie unsere AG Haushalt.
Sie selbst wissen es am besten, Herr Czupalla, nicht alle Ihre Projekte sind aufgegangen. Ja sie konnten bei dieser Landesregierung auch gar nicht aufgehen. Die zu Ihrer offiziellen Verabschiedung am 14. August von manch einem Laudator euphorisch bemühten „blühenden Landschaften“ blühen in Nordsachsen eben noch lange nicht. Egal welche Statistik wir beim Landkreis-Ranking bemühen – wir befinden uns auch 25 Jahre nach der Wende noch konstant im letzten Fünftel der extrem strukturschwachen Landkreise. Das Projekt B 87 n in Gänze ist trotz zweckoptimistischer Presseäußerung eines Torgauer Bundestagsabgeordneten eben noch lange nicht in trockenen Tüchern. Ebenso wenig die dringend benötigten Ortumgehungen. Die Breitbandversorgung im ländlichen Raum lässt zu wünschen übrig. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Leipzig und den angrenzenden Landkreisen ist stark ausbaufähig. Die Investregion Leipzig und die Metropolregion Mitteldeutschland dümpeln vor sich hin. Die von uns beschlossene Krankenhausstiftung hängt mangels Genehmigung schlaff im Netz. Vor allem aber bleibt die nachhaltige Sanierung unserer Kreisfinanzen, die nur mithilfe des Landes möglich sein wird, seit fünf Jahren in der Warteschleife. Wir haben uns an die Haushaltssicherung schon zu sehr gewöhnt – eine gefährliche Illusion von Normalität. Mächtig dicke Bretter also, die Sie Ihrem Nachfolger Kai Emanuel und uns als Kreistag hinterlassen!
Ich wünsche Ihnen nun namens der LINKEN – letztmalig darf ich die Anrede Herr Landrat Czupalla verwenden – einen gelungenen Übergang in den Alters-Unruhestand bei bester Gesundheit, mehr Zeit für Familie, Freunde und Hobbies und einem besseren Verhältnis von Fremd- und Selbstbestimmung.

