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Miteinander reden statt übereinander
Es mutet an wie eine Provinzposse und ist doch bitterernst. Ob es um den illegalen 40.000- Tonnen-Ascheberg am insolventen Biokraftwerk oder um den kürzlich erfolgten und grottig schlecht kommunizierten Naturschutz-Erlass am Werbeliner See geht: Seit Monaten eskaliert der Streit zwischen der Stadt Delitzsch, namentlich OB Dr. Wilde und dem Landratsamt, hier speziell dem Umweltamt. Presseerklärungen und Offene Briefe werden hin und her geschleudert, ohne dass es in der Sache eine Annäherung gibt.
Es mutet an wie eine Provinzposse und ist doch bitterernst. Ob es um den illegalen 40.000- Tonnen-Ascheberg am insolventen Biokraftwerk oder um den kürzlich erfolgten und grottig schlecht kommunizierten Naturschutz-Erlass am Werbeliner See geht: Seit Monaten eskaliert der Streit zwischen der Stadt Delitzsch, namentlich OB Dr. Wilde und dem Landratsamt, hier speziell dem Umweltamt. Presseerklärungen und Offene Briefe werden hin und her geschleudert, ohne dass es in der Sache eine Annäherung gibt. Voll daneben ist es, wenn die Umweltbehörde das berechtigte Informationsbedürfnis der Delitzscher Bevölkerung pauschal als Spekulation und Panikmache abtut.
Dem Pressesprecher des Landratsamtes Rayk Bergner ist zuzustimmen: Beide Seiten müssen miteinander reden und ihre Analyseergebnisse samt Methodik austauschen. Gibt es Unklarheiten, muss diesen ohne Wenn und Aber und ohne Ansehen der Person auf den Grund gegangen werden. Dann muss es zwingend weitere Kontrollen von einer zertifizierten, unabhängigen Einrichtung geben. Landrat Emanuel sollte bei den verhärteten Fronten als neutraler Moderator auftreten. Das ist sein Job als oberster Repräsentant unseres Landkreises. Dies steht auch nicht im Widerspruch zu seiner Funktion als oberster Dienstherr über die Umweltbehörde mit der Erwartungshaltung, sich im Konfliktfall loyal vor seine Mitarbeiter zu stellen. Wenn es Kontroll- und Sanktions-Versäumnisse im Umweltamt gegeben hat, worauf nun wirklich vieles hindeutet, kann die Antwort nicht einfach lauten, das Zeug ist eh ungefährlich. Vielmehr ist trotz Insolvenz der ehemaligen Betreiber ein klarer Zeit- und Handlungsplan nötig, wie und wann der Ascheberg wieder verschwindet.
Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender
