Zum Hauptinhalt springen
Aktuelle Meldungen

S-Bahn Halt in Klitzschen konstruktiv prüfen!

Dr. Michael Friedrich

Ende März hat sich die Bürgerinitiative HALT für Klitzschen mit der Bitte um Unterstützung ihres Anliegens, einen Bedarfshalt für die S-Bahnlinie 4 in Klitzschen zu schaffen, an die demokratischen Fraktionen im Kreistag gewandt. Dem war ein Briefwechsel mit Landrat Czupalla und mit MP Tillich vorausgegangen, der zwar zu einigen verbalen Wortgirlanden des grundsätzlichen Verständnisses des Anliegens führte, jedoch hinsichtlich der von der BI erbetenen konkreten p o l i t i s c h e n Unterstützung ohne jedes Ergebnis blieb.

Ende März hat sich die Bürgerinitiative HALT für Klitzschen mit der Bitte um Unterstützung ihres Anliegens, einen Bedarfshalt für die S-Bahnlinie 4 in Klitzschen zu schaffen,  an die demokratischen Fraktionen im Kreistag gewandt. Dem war ein Briefwechsel mit Landrat Czupalla und mit MP Tillich vorausgegangen, der zwar zu einigen verbalen Wortgirlanden des grundsätzlichen Verständnisses des Anliegens führte, jedoch hinsichtlich der von der BI  erbetenen  konkreten  p o l i t i s c h e n  Unterstützung ohne jedes Ergebnis blieb.

Nun kann auch die LINKE nicht zaubern und die rein betriebswirtschaftliche Abschätzung des zuständigen Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL), aufgrund des zu geringen „Fahrgastpotentials“ sei  die Effektivität  eines solchen zusätzlichen Haltepunktes in Klitzschen nicht gegeben, in Frage stellen. Ein solcher Haltepunkt würde sich sicher nicht einmal dann „rechnen“, wenn sich die von der BI angenommenen Fahrgastzahlen verdoppeln oder gar verdreifachen würden. Das Beispiel der Stadt Bad Düben, die mit einem wesentlich höheren Fahrgastaufkommen als Klitzschen ebenfalls um einen S-Bahnanschluss kämpft und bislang vom ZVNL abschlägig beschieden wird, zeigt, dass mit der rein betriebswirtschaftlichen Brille kaum Verbesserungen im ländlichen Bereich zu erzielen sind. Vielmehr führen solche einseitigen Einschätzungen fast immer zu einer Negativspirale:

schwaches Angebot – noch weniger Nachfrage – weitere Kürzung des Angebots – kaum noch Nachfrage – Einstellung des Angebots - stattdessen  Nutzung des eigenen PKW oder Immobilität.

Um dieser „Logik“ einer rein betriebswirtschaftlichen Negativspirale zu entgehen und den ländlichen Raum tatsächlich durch attraktivere Verkehrsanbindungen  einschließlich S-Bahn aufzuwerten, bedarf es eines strategischen Umdenkens. Die bisher vom ZVNL und seinen Trägern praktizierte reine Nachfrage orientierte Politik muss endlich durch eine Angebots orientierte Politik ersetzt oder zumindest ergänzt werden. Dazu ist es unumgänglich, zunächst einmal Geld in die Hand zu nehmen und in die Infrastruktur zu investieren. Hier ist natürlich auch eine bessere  Unterstützung des Landes gefragt, die in den letzten Jahren leider zurück gefahren worden ist. Diese Investitionen werden sich nicht in ein oder zwei Jahren rechnen, wohl aber mittel- und erst recht langfristig. Das Beispiel der Schweiz oder auch das der skandinavischen Länder zeigt, dass dies keineswegs eine unrealistische Erwartungshaltung ist.

Ist der ÖPNV insgesamt attraktiv, komfortabel, gut vernetzt und dicht vertaktet, entwickeln sich auch die  Fahrgastzahlen positiv. Dann bleibt der eigene PKW stehen oder wird gar abgeschafft. Dann können trotz zurückgehender Bevölkerung völlig neue Nutzergruppen erschlossen werden jenseits der jetzt noch dominierenden Schülerverkehre. Es käme zu deutlichen Einnahmeverbesserungen der verschiedenen Verkehrsträger, zur Auflösung des  beträchtlichen Investitionsstaus und zur Erneuerung der Fahrzeugflotte. Dies alles -  für die LINKE besonders wichtig! - bei bezahlbaren, sozial verträglichen Tarifen.

Das Anliegen der BI HALT für Klitzschen ist sehr überschaubar und mit vernünftigen Anstrengungen durchaus zu realisieren. Es ordnet sich ein in die notwendige  Aufwertung des ÖPNV und verdient damit jede politische Unterstützung!

Dr. Michael Friedrich

Fraktionsvorsitzender

Zurück zum Kopf der Seite