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Tal der Tränen dauert an
Unterrichtsausfall, fachfremde Vertretungen und Abordnungen von Lehrkräften werden auch im neu beginnenden Schuljahr an der Tagesordnung bleiben. Es ist ein absolutes Armutszeugnis, dass Kultusministerin Frau Brunhild Kurth (CDU) es bereits als großen Erfolg feiert, dass vor jeder Klasse ein Lehrer oder eine Lehrerin stehe, wenn auch nicht „überall nach den Regeln der Kunst“ (LVZ vom 05.08.16).
Unterrichtsausfall, fachfremde Vertretungen und Abordnungen von Lehrkräften werden auch im neu beginnenden Schuljahr an der Tagesordnung bleiben. Es ist ein absolutes Armutszeugnis, dass Kultusministerin Frau Brunhild Kurth (CDU) es bereits als großen Erfolg feiert, dass vor jeder Klasse ein Lehrer oder eine Lehrerin stehe, wenn auch nicht „überall nach den Regeln der Kunst“ (LVZ vom 05.08.16).
Wenn fast die Hälfte der neu eingestellten Pädagogen zumeist unzureichend qualifizierte Seiteneinsteiger sind, weil es nur schwer gelinge Lehrernachwuchs zu gewinnen, zeigt dies, dass Sachsen den seit Jahren bekannten Lehrmangel nicht in den Griff bekommt und sich bestenfalls auf das Stopfen von Löchern beschränkt. Anzuerkennen ist zumindest der Mut von Frau Kurth, ohne Umschweife von einem „Tal der Tränen zu sprechen“, das durchschritten werden müsse, um zur Normalität zu gelangen. Ob dies freilich Finanzminister Unland auch nur im geringsten beeindruckt, damit er dafür sorgt, dass die Lehramtsanwärter vergleichbar wie in anderen Bundesländern angemessen bezahlt werden und damit keinen Grund mehr haben aus Sachsen abzuwandern, ist eine ganz andere Frage.
Wir LINKE werden uns mit einem „Tal der Tränen“ nicht abfinden. Vielmehr erwarten wir von der Staatsregierung und vom Kultusministerium für solche Arbeits- und Einstellungsbedingungen zu sorgen, die den Lehrerberuf auch in Sachsen wieder attraktiv machen und langfristige Personalsicherheit garantieren. Dazu gehören nicht zwingend der Beamtenstatus, wohl aber eine wettbewerbsfähige und bundesweit vergleichbare Entlohnung, ausgewogene Arbeitsbedingungen und altersgerechte Teilzeitregelungen. Ohne diese Voraussetzungen wird auch die jetzt diskutierte Novellierung des Sächsischen Schulgesetzes weitgehend wirkungslos bleiben.
Auch muss es eine grundlegende Neuregelung der Finanzierung von Schulsozialarbeit geben. Mindestens an jeder Oberschule sollte es einen Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin geben, die planungssicher aus Landesmitteln finanziert werden und damit für Verlässlichkeit für diese wichtige Schulbegleitende Tätigkeit sorgen.
Die von Frau Kurth genannten Zahlen und Fakten sind eine klare Absage an den Qualitätsanspruch von Schule in Sachsen. Es wird sehenden Auges verabsäumt, für die Zukunft die Weichen richtig zu stellen. Unverständlich bleibt, warum die SPD, für die die Bildungspolitik eines der zentralen Themen im Wahlkampf war, als Juniorpartner in der Koalition dies alles mit geduldig ansieht und nicht einmal die Lippen spitzt, geschweige denn pfeift.
Dr. Michael Friedrich, Fraktionsvorsitzender

