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Unverantwortliche Sandkasten-Planspiele
In jüngster Zeit versucht sich der Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee (CDU), auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Schönwölkau, durch Gedankenspiele mit einer angeblich mittelfristig bevorstehenden Fusion mit einer der drei Anliegerkommunen Löbnitz, Delitzsch oder Bad Düben zu profilieren.
In jüngster Zeit versucht sich der Landtagsabgeordnete Volker Tiefensee (CDU), auch ehrenamtlicher Bürgermeister von Schönwölkau, durch Gedankenspiele mit einer angeblich mittelfristig bevorstehenden Fusion mit einer der drei Anliegerkommunen Löbnitz, Delitzsch oder Bad Düben zu profilieren. Mögen die prekäre Haushaltslage seiner Gemeinde und der andauernd desolate Verschuldungsstand des von Herrn Tiefensee geleiteten Abwasserzweckverbandes Unteres Leinetal auch aktuellen Anlass für derartige Überlegungen geben – ich halte diese derzeitig weder für angebracht noch für zielführend.
Die politische Selbständigkeit einer seit über 1030 Jahren bestehenden kleinen Landgemeinde wie Löbnitz mit 2.055 Einwohnern (31.12.2013) und überschaubaren vier Ortsteilen ist ein hohes Gut. Sie darf nicht ohne wirkliche Not und ohne handfesten Grund auf dem schnöden Altar der Betriebswirtschaft geopfert werden. Nun bin ich Realist genug um zu erkennen, dass bei einem dauerhaften und deutlichen Unterschreiten einer Einwohneranzahl von 2.000 und dem damit einhergehenden Verlust des hauptamtlichen Bürgermeisters zu wenig „kritische Masse“ da sein wird, um sich im Wortsinne noch selbst zu verwalten. Dies jedoch ist zum Glück noch nicht eingetreten, denn am 07. Juni wird in Löbnitz wieder für 7 Jahre ein Bürgermeister mit hauptamtlichem Status gewählt.
Bisher war es im Gemeinderat angefangen vom Bürgermeister Axel Wohlschläger über alle Fraktionen hinweg Konsens, über die behutsame Konsolidierung unseres Haushaltes, eine Kinder- und familienfreundliche Politik, die Bereitstellung attraktiver Baugrundstücke, die Unterstützung des Mittelstandes, einen wirksamen Hochwasserschutz, die Erschließung des Seelhausener Sees für die Naherholung und eine angemessene Förderung unserer vielen Vereine die Gemeinde attraktiv und zukunftsfähig zu gestalten und auf diesem Wege unsere Selbständigkeit zumindest mittelfristig zu sichern. Ich rufe dazu auf, diesen Konsens nicht verlassen und auf unverantwortliche Sandkasten-Planspiele nach dem Motto „Wer mit Wem?“ zu verzichten. Dies schließt eine gedeihliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe mit unseren Nachbarkommunen Delitzsch, Bad Düben und Schönwölkau keineswegs aus, ganz im Gegenteil!
Dr. Michael Friedrich Gemeinderat Löbnitz und Kreisrat Nordsachsen

