Aktuelle Meldungen
Verspäteter Aprilscherz als Wahlkampfauftakt?
Es ist ja verständlich, dass OBM Jung seinen Amtsbonus nutzen und sich für die im kommenden Januar anstehenden Oberbürgermeisterwahlen warm laufen will. Das ist auch dringend notwendig, um Leipzig den traurigen Titel der Skandal- und Armutshauptstadt im Osten, den sie gerade in der Ägide Jung erlangt hat, wieder zu entreißen und der mitteldeutschen Metropole den ihr zustehenden Glanz zu verleihen. Was sich Noch-OBM Jung allerdings jüngst bei einer Podiumsdiskussion mit seiner Aussage geleistet hat, eigentlich müsse von der Politik entschieden werden, dass alles was innerhalb des Autobahndreiecks liege zu Leipzig gehöre, ist im besten Falle unsensibel und im schlimmsten dreist. Bedeutete dies doch, dass prosperierende Städte im „Speckgürtel“ von Leipzig wie Markleeberg, Markranstädt, Lützen, Schkeuditz und Taucha just zu Leipzig geschlagen würden mit der Folge, dass Leipzig schlagartig rund 85.000 Einwohner, riesige Gewerbeflächen und dreistellige Millionensummen an Steuerzahlungen hinzugewinnt.
Es ist ja verständlich, dass OBM Jung seinen Amtsbonus nutzen und sich für die im kommenden Januar anstehenden Oberbürgermeisterwahlen warm laufen will. Das ist auch dringend notwendig, um Leipzig den traurigen Titel der Skandal- und Armutshauptstadt im Osten, den sie gerade in der Ägide Jung erlangt hat, wieder zu entreißen und der mitteldeutschen Metropole den ihr zustehenden Glanz zu verleihen. Was sich Noch-OBM Jung allerdings jüngst bei einer Podiumsdiskussion mit seiner Aussage geleistet hat, eigentlich müsse von der Politik entschieden werden, dass alles was innerhalb des Autobahndreiecks liege zu Leipzig gehöre, ist im besten Falle unsensibel und im schlimmsten dreist. Bedeutete dies doch, dass prosperierende Städte im „Speckgürtel“ von Leipzig wie Markleeberg, Markranstädt, Lützen, Schkeuditz und Taucha just zu Leipzig geschlagen würden mit der Folge, dass Leipzig schlagartig rund 85.000 Einwohner, riesige Gewerbeflächen und dreistellige Millionensummen an Steuerzahlungen hinzugewinnt. Damit würde der ewige Rivale Dresden ein für alle Mal in die Ecke stellt und Jung noch eine Größenklasse kräftiger strahlen.
Wirtschaftliche Prosperität und soziale Verbesserungen seien Leipzig gegönnt. Dies aber bitte aus eigener Kraft und in freundschaftlicher Zusammenarbeit mit den Nachbarn, nicht jedoch auf Kosten der angrenzenden Landkreise Nordsachsen und Leipzig! Beide Landkreise, ohnehin schon strukturschwach und hoch verschuldet, würden damit ausgerechnet ihrer „Rosinen“ beraubt. Für Nordsachsen, das schon die Einwohnerkriterien der letzten Kreisreform nicht erfüllt und nur als Ausnahmefall durchgegangen ist, könnte dann gleich das Licht ausgeknipst werden. Ganz abgesehen davon, dass diejenigen, die das Geschehen in erster Linie angeht, nämlich die Einwohnerinnen und Einwohner der genannten Städte, nicht einmal gefragt werden. Ein bizarres Verständnis von kommunaler Selbstverwaltung, Herr OBM Jung!
Besonders pikant aber ist der Freud´sche Versprecher von OBM Jung im Vorfeld der anstehenden Gründung der Regionalen Wirtschaftsförderung Leipzig GmbH, die unlängst noch von ihm und den Landräten Czupalla und Dr. Gey als großartiger Durchbruch schulterklopfend gefeiert wurde. Wenn der Durchbruch darin besteht, sich von seinen Nachbarn zunächst einmal das beste Viertel herauszuschneiden und einzuverleiben, dann ist das Projekt gescheitert bevor es überhaupt begonnen hat. Auch die nachträgliche wohlwollende Interpretation von Landrat Czupalla, das Ganze sei doch eigentlich nur ein Missverständnis und OBM Jung habe seine Aussage so doch gar nicht gemeint, ist unzureichend. Ganz abgesehen davon, dass uns bisher nicht bekannt ist, dass es zur Tätigkeitsbeschreibung von Landrat Czupalla gehört als Pressesprecher und Interpretator von OBM Jung zu fungieren.
Die LINKE in Nordsachsen erwartet, dass sich OBM Jung schleunigst selbst und nicht nur indirekt mittels wohlwollender Interpretationen Dritter von seinen Einverleibungs-Aussagen klar und unzweideutig öffentlich distanziert. Die enge Zusammenarbeit mit Leipzig liegt im Interesse aller Partner, ist aber nur auf Augenhöhe möglich.
Dr. Michael Friedrich
Fraktionsvorsitzender LINKE im Kreistag Nordsachsen
Susanna Karawanskij
Vorsitzende Kreisvorstand LINKE
