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Wieder nur Nebelkerzen?
Die „Torgauer Zeitung“ vom 18. April informierte darüber, dass die Sächsische Staatsregierung online bis 1.Mai, eine Kita-Befragung zur Verbesserung der frühkindlichen Bildung gestartet hat, um die Wünsche Betroffener zu ermitteln. Der Torgauer Landtagsabgeordnete und CDU- Fraktionschef Frank Kupfer wirbt um Teilnahme. Für den langjährigen Kommunalpolitiker Peter Deutrich stellt sich da zunächst schon die Frage, ob es sich hier um einen verspäteten Aprilscherz der TZ handelt und möchte dazu einige Anmerkungen unterbreiten:
Nein, die aktuelle Kita-Befragung der Sächsischen Staatsregierung ist kein Aprilscherz aber ein Knaller! Seit mehr als 10 Jahren gibt es eine Vielzahl an Positionspapieren von Kita- und Elterninitiativen, damit die Kitas nun endlich zu den wichtigsten Bildungseinrichtungen im Leben eines Menschen werden. Seit Jahren nutzen z.B. Elternverbände, Freie Wohlfahrtsverbände und die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) verschiedene Protestformen, um auf die gravierenden Missstände in den sächsischen Kitas aufmerksam zu machen. So liegt z.B. der Freistaat Sachsen bundesweit auf einen der hinteren Plätze hinsichtlich des Betreuer-Kind-Verhältnisses.
Die Landtagsfraktion DIE LINKE unternimmt z.B. seit einiger Zeit eine Kita-Tour durch Sachsen und stellt auf dieser Grundlage entsprechende Anträge an den Landtag- natürlich ohne Erfolg!
Seit über zehn Jahren gilt für die Kitas der Sächsische Bildungsplan. Darin wird für die ErzieherInnen ein dreifacher Bedarf benannt: Fort- und Ausbildung;erhöhter Bedarf an Evaluation und Dokumentation, Beobachtung und Analyse der Bildungsprozesse von Kindern. Das findet aber keine ausreichende Anerkennung und Berücksichtigung im sächsischen Betreuungsschlüssel. Auch nicht Vor-und Nachbereitung von pädagogischer Arbeit und Projekten, Teamberatung und fachlicher Austausch. Hinzu kommen gewachsene Anforderungen durch Integration und Inklusion und natürlich seit jeher Kooperation mit Grundschulen, Einrichtungen der Familienbildung sowie u.a. mit Ärzten und Therapeuten.
Nun gibt es also die aktuelle Kita-Befragung der Staatsregierung, um die Wünsche Betroffener zu ermitteln! Nicht nur ich habe da wieder großen Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Kompetenz der Berufs-Politiker und deren Bürokratie. Die Probleme in den Kitas liegen doch seit langem auf dem Tisch – erwartet werden nun endlich nachhaltige Lösungen.Mal wieder nur Nebelkerzen vor der bestehenden Landtagswahl starten? Die Wähler werden da wohl schon genau hinsehen müssen – oder auch nicht!

