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Zukunftsfähigkeit des Leipziger Symphonieorchesters sichern!
Wichtigstes Thema der Oktober-Fraktionssitzung der LINKEN war die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Leipziger Symphonieorchesters (LSO). Dieser hervorragende Klangkörper mit Sitz in Böhlen, Landkreis Leipzig gehört zu unserem Kulturraum Leipzig. Er ist durch zahlreiche Auftritte auch in den Städten des Landkreises Nordsachsen und durch seinen aktiven Beitrag zur Unterstützung unserer Musikschulen in der Region bestens bekannt.
Wichtigstes Thema der Oktober-Fraktionssitzung der LINKEN war die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Leipziger Symphonieorchesters (LSO). Dieser hervorragende Klangkörper mit Sitz in Böhlen, Landkreis Leipzig gehört zu unserem Kulturraum Leipzig. Er ist durch zahlreiche Auftritte auch in den Städten des Landkreises Nordsachsen und durch seinen aktiven Beitrag zur Unterstützung unserer Musikschulen in der Region bestens bekannt.
Mit dem LSO-Geschäftsführer Hans-Ulrich Zschoch und dem Betriebsratsvorsitzenden Friedemann Schröter konnten wir zwei hochkarätige Gäste begrüßen. Eindrucksvoll schilderten sie die Situation des Orchesters, dem 38 Musiker angehören und das z. Zt. rund 90 Konzerte im Jahr gibt. Sie betonten ihre Sorgen um die Zukunft des LSO, insbesondere durch die seit Jahren stagnierende und insgesamt viel zu geringe Finanzausstattung. Die Vergütung der Orchestermusiker, die der niedrigsten Tarifstufe D angehören, orientiert sich an der von Grundschullehrern. Allerdings ist das LSO immer weniger in der Lage, diesen Tarif auch zu bezahlen. Derzeit fehlen rund 850.000 EURO jährlich. Daher können nur noch 58,8 % der tariflichen Vergütung geleistet werden. Ein teilweiser Ausgleich der Differenz erfolgt über eine Kürzung der Wochenarbeitszeit. Die Folgen für das Orchester sind fatal: Es drohen Abwanderung und eine weitere Ausdünnung der ohnehin bereits äußerst angespannten Personaldecke mit negativen Folgen für die künstlerische Qualität. Auch die enge Zusammenarbeit mit den Musikschulen in der Region ist zunehmend gefährdet.
Seitens unserer Fraktion wurde die vom Orchester geleistete hervorragende Arbeit gewürdigt. Fast jeder Kreisrat und jede Kreisrätin der LINKEN hat sich bereits persönlich von der künstlerischen Qualität dieses Klangkörpers überzeugen können, z. B. bei den in den größeren Städten stattfindenden Neujahrskonzerten, aber auch bei den vielfältigen kleineren Formaten. Deshalb werden wir das LSO - gleiches gilt auch für die Deutsche Bläserakademie mit Sitz in Bad Lausick, die ebenfalls unserem Kulturraum angehört und die von ähnlichen Sorgen geplagt wird - bei der Suche nach einer schnellen und nachhaltigen Lösung für die Finanzierung unterstützen. Verständlicherweise konnten wir unseren Gästen angesichts der zugespitzten Finanzlage unseres Landkreises keinerlei Versprechungen machen außer der festen Zusage, ihr Anliegen über unseren kulturpolitischen Sprecher Franz Sodann in die haushaltspolitischen Debatten des Landtages zu transportieren und bei der Aufstellung des Kreishaushalts 2015 zu berücksichtigen.
Liest man den Koalitionsvertrag von Schwarz-Rot in Sachsen, scheint Kultur und deren Entwicklung keine besondere Rolle zu spielen – im krassen Gegensatz zum klaren Bekenntnis in Artikel 1 der Sächsischen Landesverfassung, welcher Sachsen ausdrücklich als einen der Kultur verpflichteten sozialen Rechtsstaat würdigt. Wir meinen, Kultur darf nicht zuerst und keinesfalls allein durch die betriebswirtschaftliche Brille betrachtet werden, sonst besteht die Gefahr, dass die reiche sächsische Kulturlandschaft als Konsolidierungs-Steinbruch für die angespannten Haushalte in den Kommunen herhalten muss. Die bestehenden Strukturen in Kunst und Kultur müssen im Interesse der Lebensqualität und eines humanistischen Menschenbilds erhalten bleiben und stabilisiert werden. Wer das reiche Kulturleben in der Fläche erhalten und ehrliche Wertschätzung der Kultur betreiben will, der muss auch für eine gute Ausfinanzierung und existenzsichernde Arbeit im Kulturbereich für alle Kreativen Sorge tragen.
Genau diesem Anliegen dient das einst richtungsweisende Sächsische Kulturraumgesetz. Es hat nur den Fehler, dass seit 2005 seine Finanzausstattung völlig realitätsfremd weit hinter den tatsächlichen Anforderungen und der dynamischen Entwicklung der Tariflandschaft der letzten Jahre zurück geblieben ist. Daran ändert auch die jüngst erfolgte Aufstockung um ein paar Millionen nichts. Hier sollten dringend die notwendigen Anpassungen, sprich Dynamisierungen von der Landesregierung und vom Sächsischen Landtag für den kommenden Doppelhaushalt 2015/16 beschlossen werden. Nur so kann vermieden werden, dass in den klammen Kulturräumen die verschiedenen Sparten der Kultur gegeneinander ausgespielt werden und es zu einer „Kannibalisierung“ von kleineren Kultureinrichtungen kommt, denn die Finanznot besteht überall. In diesem Sinne sind nicht zuletzt die Landtagsabgeordneten unseres Kulturraumes fraktionsübergreifend zum Handeln aufgefordert!
M. Friedrich
Fraktionsvorsitzender
