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Presseartikel

60.000 Solarmodule und Drohnen-Schutz: Neuer Mega-Solarpark an der B87 in Nordsachsen fertig

Thomas Manthey (LVZ)

An der B87 zwischen Eilenburg und Torgau ist jetzt einer der größten Solarparks der Region in Betrieb gegangen. Was das Mega-Projekt für die Stromversorgung bedeutet.

Mockrehna/Audenhain. An der B87 wird jetzt Strom aus Sonnenenergie produziert. Die envia Therm hat am 28. Oktober den Solarpark Audenhain in der Gemeinde Mockrehna offiziell in Betrieb genommen. Zur feierlichen Übergabe am Donnerstagvormittag kamen unter anderem envia-Therm-Geschäftsführer Matthias Kunath, Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel und Vertreter der am Bau beteiligten Unternehmen zusammen.

60.000 Module auf 40 Hektar

Nach rund 20 Monaten Bauzeit ist die Photovoltaikanlage fertig. Der Baustart erfolgte im März 2025. Auf einer Fläche von insgesamt rund 40 Hektar wurden etwa 60.000 Solarmodule installiert. Die Anlage verfügt über eine Leistung von 39 Megawatt Peak (MWp). Vom Bau bis zur Inbetriebnahme investierte envia Therm rund 25 Millionen Euro.

Was das für die Stromversorgung bedeutet, verdeutlichte Geschäftsführer Matthias Kunath bei seiner Ansprache mit anschaulichen Vergleichen: Mit dem in Audenhain erzeugten grünen Strom könnten vier ICE-Züge insgesamt acht bis neun Stunden fahren. Alternativ ließen sich damit jährlich rund 200 Millionen Kilometer mit Elektroautos zurücklegen.

Rein rechnerisch kann der Solarpark den Strombedarf von bis zu 16.000 Haushalten decken.

„Mit dem Solarpark Audenhain, unserem bisher größten Photovoltaikprojekt, erweitern wir das Angebot von Solarstrom beträchtlich. Wir schaffen zusätzliche Erzeugungskapazitäten in der Region und unterstützen den weiteren Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen in Mitteldeutschland“, erklärte Kunath.

Bürgermeister: Akzeptanz ist entscheidend

Für Mockrehnas Bürgermeister Peter Klepel ist die Inbetriebnahme nicht nur ein erfolgreicher Abschluss, sondern auch das Ergebnis eines langen Planungsprozesses. Rund sechs Jahre dauerten die Planung und die anschließende Umsetzung des Projekts. Dabei sei es wichtig gewesen, die Interessen der Bevölkerung ebenso zu berücksichtigen wie die Belange von Natur und Umwelt.

„Wir freuen uns, dass der Solarpark zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen ist“, sagte Klepel. Durch frühzeitige Kommunikation mit den Anwohnern und vereinbarte Naturschutzmaßnahmen zum Schutz von Insekten und Kleinsäugern sei es gelungen, Akzeptanz in der Bevölkerung zu schaffen. Diese sei eine wesentliche Voraussetzung für ein solches Vorhaben.

Klepel bezeichnete den Solarpark als Investition in die Zukunft. „Nachhaltige Energieversorgung ist die große Aufgabe unserer Zeit. Wir müssen unsere Chancen zur erneuerbaren Energie nutzen. Dafür müssen wir Rahmenbedingungen schaffen und müssen diese fördern“, so der Bürgermeister.

Regionale Firmen packen mit an

Hinter dem Solarpark steht eine Kooperation mehrerer Partner. Das Projekt ist das erste aus der Zusammenarbeit zwischen der enviaM-Gruppe und der Sächsischen Aufbaubank (SAB). Eigentümer ist die EPE Energiepark Elbeland GmbH & Co. KG. Envia Therm übernahm die Projektentwicklung bis zur Baureife, Aton Projects B.V. war für den Bau verantwortlich. Mitnetz Strom plante und genehmigte das erforderliche Umspannwerk am Netzverknüpfungspunkt. Über dieses wird der Solarstrom in das Netz eingespeist.

Auch Unternehmen aus der Region waren beteiligt. Dazu gehört die Audenhainer Firma Uesa Elektro Haupt. Lothar Haupt war bei der Übergabe gemeinsam mit seinem Projektleiter Ronny Münch vor Ort. Für das Unternehmen war der Solarpark bislang die größte Baustelle.

esa Elektro Haupt verlegte die 30-Kilovolt-Hauptleitung, die die beiden Teilflächen der Anlage miteinander verbindet. Zeitweise waren bis zu zehn Mitarbeiter auf der „Heimbaustelle“ im Einsatz. Eine besondere Herausforderung war die Trassenführung durch den Wald.

Die Zusammenarbeit mit den anderen beteiligten Firmen sei sehr gut gewesen, sagte Haupt. „Mit den Firmen, insbesondere mit Aton Projects, haben wir bestens zusammengearbeitet.“

600 Kilometer Kabel und 20.600 Metallpfosten

Welche Dimensionen das Projekt hat, machte Oliver Cremer von Aton Projects deutlich. Für die Solarmodule seien 20.600 Metallpfosten in den Boden gerammt und insgesamt 600 Kilometer Stromkabel verlegt worden. Die Kabelgräben erstreckten sich über eine Länge von zwei Kilometern. Für beide Teilflächen seien zudem 4,6 Kilometer Zaun errichtet worden.

Trotz des zunehmenden Einsatzes künstlicher Intelligenz bleibe der Mensch beim Bau solcher Anlagen unverzichtbar, unterstrich Cremer: „Zwar hilft uns KI in vielen Belangen, doch wir brauchen letztlich Menschen, die so etwas bauen.“

Auch wirtschaftlich könne sich die Investition in Photovoltaikanlagen dieser Größenordnung weiterhin lohnen – insbesondere dann, wenn sie mit einem entsprechenden Batteriespeichersystem ausgestattet seien, erklärte Cremer auf Nachfrage.

Drohnen überwachen die Anlage rund um die Uhr

Neben der Stromproduktion spielt die Sicherheit eine wichtige Rolle. Beide Teilflächen des Solarparks sind mit moderner Überwachungstechnik ausgestattet und werden rund um die Uhr kontrolliert. Ein drohnengestütztes Sicherheitskonzept soll dabei helfen, die weitläufigen Flächen digital zu überwachen und unbefugte Zutritte frühzeitig zu erkennen. So soll die empfindliche technische Infrastruktur geschützt werden.

Mit der Inbetriebnahme ist das Projekt zwischen Audenhain und Klitzschen nun abgeschlossen. Die Anlage liefert künftig Solarstrom für die Region – und zeigt zugleich, wie an einem solchen Vorhaben neben den Projektpartnern auch Unternehmen aus der unmittelbaren Umgebung beteiligt sein können.

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