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Presseartikel

Entscheidung im Kreistag: Landkreis Nordsachsen besetzt zwei Chefposten neu

Nico Fliegner (LVZ)

Ob Notfallversorgung bei Katastrophen oder die Kontrolle der Kreis-Finanzen: Die Landkreisverwaltung in Nordsachsen stellt sich an zwei zentralen Spitzenpositionen neu auf. Das sind die neuen Köpfe, die der Kreistag jetzt beschlossen hat, während sich ein personeller Verlust auf Dezernenten-Ebene ankündigt.

 

Nordsachsen. Der Landkreis Nordsachsen hat zwei zentrale Führungsstellen in der Verwaltung neu besetzt. Maximilian Borisch (34) soll künftig die Leitung des Amtes für Brandschutz, Rettungsdienst und Katastrophenschutz übernehmen. Ralf Lonitz (45) ist als künftiger Leiter des Rechnungsprüfungsamtes vorgesehen und soll sein Amt zum 1. Januar antreten. Der Kreistag hat die Personalien auf seiner Sitzung am Mittwoch einstimmig beschlossen.

Borisch folgt auf Frank Breitfeld, der Ende November in den Ruhestand geht. Auf die ausgeschriebene Stelle gingen nach Angaben des Landkreises acht Bewerbungen ein. Zwei Kandidaten erfüllten demnach die Voraussetzungen und wurden zu Auswahlgesprächen eingeladen.

Maximilian Borisch: Experte für Gefahrenabwehr

Der Landkreis begründet die Auswahl Borischs unter anderem mit dessen fachlicher Qualifikation sowie seiner Einsatz- und Führungserfahrung. Der Torgauer verfügt über einen Bachelorabschluss im Bereich Sicherheit und Gefahrenabwehr sowie eine feuerwehrtechnische Laufbahnausbildung, die er bei der Feuerwehr in Berlin begann. Borisch arbeitet derzeit bei der Berufsfeuerwehr in Leipzig und ist Mitglied in der Freiwilligen Feuerwehr in Torgau. Zudem war er nach Angaben des Landkreises mehrere Jahre in Führungsfunktionen tätig.

Als stellvertretender Kreisbrandmeister, Mitglied der Technischen Einsatzleitung und Kreisausbilder sei Borisch bereits eng mit den Strukturen der Gefahrenabwehr in Nordsachsen vertraut, hieß es weiter. Künftig trägt er die Gesamt- und Führungsverantwortung für die zivile Gefahrenabwehr und die Notfallversorgung im gesamten Kreisgebiet. „Ich will meine Erfahrungen aus dem Haupt- und Ehrenamt einbringen und das Amt weiterentwickeln“, sagte Borisch im Kreistag. In der Feuerwehr ist er übrigens schon seit seiner Jugend.

Ralf Lonitz: 15 Jahre Berufserfahrung

Auch im Rechnungsprüfungsamt steht wegen eines Wechsels in den Ruhestand eine Neubesetzung an. Die bisherige Amtsleiterin Karola Marks scheidet zum Jahresende aus. Für ihre Nachfolge bewarben sich ebenfalls acht Leute. Vier Bewerber wurden zunächst als geeignet eingestuft.

Nach Einschätzung der Verwaltung überzeugte Lonitz, der aus Chemnitz stammt und inzwischen in Delitzsch mit seiner Familie lebt, im Auswahlverfahren sowohl fachlich als auch persönlich. Er arbeitet seit Januar 2026 als Prüfer im Rechnungsprüfungsamt und ist unter anderem an der Prüfung des Jahresabschlusses beteiligt. Er verfügt laut Landkreis über mehr als 15 Jahre Berufserfahrung im Finanz-, Haushalts- und Prüfungswesen im öffentlichen und privatwirtschaftlichen Bereich. Hinzu komme mehrjährige Führungserfahrung.

Neue Amtsleiter in Nordsachsen verdienen nach E14

Beide Stellen sind nach Entgeltgruppe 14 des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) bewertet. Demnach liegt das monatliche Bruttogehalt je nach Berufserfahrung und Stufenzuordnung zwischen 5298,27 Euro (Stufe 1) und 7551,78 Euro (Stufe 6). Landrat Emanuel erklärte, dass er sich auf die Zusammenarbeit mit den neuen Amtsleitern freue.

Bekannt wurde im Kreistag außerdem, dass Heike Schmidt, Dezernentin für Soziales und Gesundheit, zum 31. August 2027 das Landratsamt verlässt. „Das bedaure ich sehr“, sagte Emanuel, der nunmehr eine weitere Schlüsselposition neu besetzen muss. Um möglichst viele Bewerber auf die Stelle zu bekommen, will der Landkreis die Position künftig außertariflich vergüten – und demnach offenbar höher.

Außertarifliche Vergütung für Dezernenten-Posten

Der Kreistag hat deshalb den Landrat ermächtigt, die Vertragsverhandlungen im späteren Stellenbesetzungsverfahren zu führen. Das Bruttojahresgehalt einschließlich fester und variabler Bestandteile soll demnach zwischen 98.000 und 120.000 Euro liegen.

Der Landrat kann innerhalb dieses Rahmens die Vergütung sowie variable Gehaltsbestandteile verhandeln. Auch übliche Zusatzleistungen des öffentlichen Dienstes, etwa eine betriebliche Altersvorsorge über die Zusatzversorgungskasse oder gegebenenfalls die Nutzung eines Dienstwagens, können Teil des Vertrags sein.

Die Ausschreibung soll sich nach Angaben des Landratsamtes ausdrücklich an Angestellte, Beamte und externe Bewerber richten. Der Landkreis begründete dies mit dem begrenzten Markt für qualifizierte Führungskräfte im Gesundheitswesen des öffentlichen Dienstes. Für Bewerberinnen und Bewerber im Beamtenverhältnis ist die Besoldungsgruppe A16 nach dem Sächsischen Besoldungsgesetz vorgesehen.

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