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Presseartikel

Heide Spa in Bad Düben: Ob 33 Millionen Euro reichen, ist unklar

Kathrin Kabelitz (LVZ)

Am 7. Juni nimmt das Heide Spa seine neue Blockhaussauna in Betrieb. Doch es gibt auch einen enormen Sanierungsbedarf von 33 Millionen Euro. Wie es mit dem Wellnesstempel weitergeht – und welche Rolle ein Schweizer Unternehmen dabei spielt.

Bad Düben. Es wird heiß in Bad Düben. Bis auf zunächst 70 Grad heizt die neue Blockhaussauna, die am 7. Juni eröffnet wird. Wenn sich die erzgebirgischen Holzstämme an die Wärme gewöhnt haben, geht es temperaturmäßig weiter hinauf.

Gute Nachrichten wie diese sind diesen Tagen mehr als willkommen. Zuletzt machte der Kurstadt-Wellnesstempel mit Schlagzeilen von sich reden, die Fragen nach der Perspektive aufwerfen. Hintergrund ist der enorme Sanierungsbedarf, vor dem die Sauna- und Badelandschaft steht. Zudem geht es um die Frage, welche realistischen Chancen das Heide Spa auf dem umkämpften Bad-Sektor hat.

Heide Spa in Bad Düben soll kein Spaßbad werden

Eine Neuausrichtung ist bereits vorgezeichnet. Mit der Schweizer Kannewischer-Gruppe hat ein renommiertes Unternehmen ein Konzept erarbeitet, das Aspekte der Wohlfühl-, Entspannungs- und Wellness- sowie Gesundheitsförderung in den Fokus stellt. Das 1972 gegründete Familienunternehmen hat sich auf die Bäder- und Wellnessbranche spezialisiert, plant und saniert Bädertechnik und Gebäudeausrüstung, berät Kommunen und private Betreiber bei der Konzeption, Wirtschaftlichkeit und Optimierung von Thermal- und Freizeitbädern. Zudem betreiben die Schweizer eigene Anlagen, zu denen teilweise auch Hotels gehören.

Die Stoßrichtung ist klar. Das Heide Spa soll kein Spaßbad werden. Mit weiteren Aussagen hält sich Geschäftsführer Stefan Studer allerdings zurück. Er umschreibt eine mögliche Strategie lediglich mit den Worten: „Aus verschiedenen untersuchten Varianten verspricht aus unserer Sicht das vorgeschlagene Konzept einer Fokussierung und Aufwertung die beste Ausgangslage für einen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb.“Die empfohlene Variante setze auf gesundheitsorientierte Erholung: „Durch ein abwechslungsreicheres Beckenangebot, hohe Aufenthaltsqualität und ansprechende Gestaltung. Dabei sollen auch die vorhandenen Flächen im Bestandsgebäude besser ausgenutzt werden.“

Entscheidung über Fördermittel im Herbst

Die Frage nach dem „Wie weiter?“ wird die nächsten Monate mitentscheiden. Ohne Fördermittel sind die veranschlagten 33 Millionen Euro Investitionsbedarf nicht zu stemmen. Der Antrag für die Sanierung des Kurzentrums Heide Spa liegt bei der Landesdirektion Sachsen vor. Mit einer Entscheidung wird im Herbst gerechnet. Erste Signale deuten darauf hin, dass die Mittel bewilligt werden könnten.

Ob der Betrag ausreicht, ist unklar. Das macht auch Stefan Studer deutlich: „Die genannte Zahl ist eine grobe Investitionsabschätzung aufgrund von aktuellen Erfahrungswerten.“ Eine genauere Kostenschätzung beziehungsweise -berechnung sei erst möglich, wenn konkrete Planentwürfe ausgearbeitet worden seien. In der Planungsphase könne aber auch ein sogenannter Design-to-cost-Ansatz gewählt werden. Das hieße, ein Produkt würde so konstruiert, dass es die Kundenanforderungen erfülle und gleichzeitig wirtschaftlich innerhalb eines definierten Kostenrahmens bleibe.

Kannewischer Collection betreibt auch Bäder

Der Stadtrat Bad Düben und der Kreistag Nordsachsen haben zudem zugestimmt, den operativen Bereich der Kurbetriebsgesellschaft Dübener Heide und des Heide Spa im Zuge eines Vergabeverfahrens an einen externen Betreiber – beispielsweise eine Betreibergesellschaft – auszugliedern. Die wirtschaftlichen Folgen für die kommunalen Gesellschafter sollen so minimiert werden.

Ob auch das Bad Dübener Heide Spa ein potenzielles Betätigungsfeld sein könnte, lässt Studer offen: „Wir stehen den Projektverantwortlichen nach wie vor unterstützend zur Seite. In der aktuellen Phase wird das eher punktuell der Fall sein.“ Mit der Kannewischer Collection betreibt das Schweizer Unternehmen seit 25 Jahren auch eigene Bäder- und Wellnessanlagen, so unter anderem die Kissalis Therme in Bad Kissingen, die Caracalla Therme in Baden-Baden oder die Spreewald Therme in Burg.

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