Presseartikel
„Kriminalität auf niedrigem Niveau“: Nordsachsen eine der sichersten Regionen
Mit dem Beginn der Wintermonate wächst bei vielen Menschen die Sorge: frühes Dunkelwerden, einsame Straßen und verlassene Gartenanlagen – ideale Bedingungen für Einbrecher. Die Polizei im Landkreis gibt jedoch Entwarnung.
Weniger Anonymität, starke Polizeipräsenz und niedrige Fallzahlen: Die Einbruchsgefahr in der dunklen Jahreszeit ist im Landkreis deutlich geringer als in anderen in Sachsen.
Der Landkreis Nordsachsen gelte als eine der sichersten Regionen Sachsens: In Leipzig registrierte die Polizeidirektion im vergangenen Jahr circa 69.000 Straftaten. Im Landkreis Leipzig waren es dem gegenüber knapp 13.500, während in Nordsachsen nur 13.000 Straftaten registriert wurden, teilt die Polizei-Pressestelle der Stadt Leipzig mit.
Der Leiter der Polizeidirektion Leipzig, Polizeipräsident René Demmler, betont: „Die Kriminalität in Leipzig und den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig ist im 10-Jahresvergleich weiterhin auf niedrigem Niveau. Die Einwohner leben grundsätzlich sicher.“
Kriminalitätsrate in Nordsachsen niedrig wie nie
Die Reviere in Nordsachsen verzeichnen ebenfalls vergleichsweise niedrige Fallzahlen. Auf den Torgauer und Schkeuditzer Stadtbereich fallen etwa 2.300 Fälle an Straftaten. Diese führen die Statistik damit an. Es folgen Delitzsch (1.950), Eilenburg (1.450) und die Stadt Oschatz mit lediglich knapp 900 Fällen – bei etwas mehr als 14.000 Einwohnern.
Laut Sascha Prause, Revierleiter in Oschatz, sei die Stadt eine der sichersten im Landkreis. Auch Diana Mann, Revierleiterin in Torgau bestätigt: „In Nordsachsen kann man wirklich gut leben. Wir bewegen uns im unteren Bereich der Kriminalitätsbelastung, und das nun schon seit Jahren.“
So sei auch die Zahl an Einbrüchen in den vergangenen Jahren in Torgau und Oschatz überschaubar gewesen. „Wir hatten in Oschatz 2024 insgesamt nur sechs Einbrüche in Wohnungen und Einfamilienhäuser“, berichtet Prause. In diesem Jahr gab es in der dunklen Jahreszeit bisher lediglich einen Fall.
Auch Torgau bestätigt dieses Bild. Der Revierbereich Torgau hatte vergangenes Jahr 25 Wohnungseinbrüche, erläutert Mann. Zum Vergleich: In Delitzsch und Eilenburg wurden im vergangenen Jahr 20 Wohnungseinbrüche getätigt, in Schkeuditz waren es sieben. Die Tendenz sei zudem klar: Die Einbruchszahlen seien eher rückläufig.
Die einzige Kategorie, die in der dunklen Jahreszeit etwas zunehme, seien Einbrüche in Gartenlauben oder Kleingartenanlagen. Doch auch hier betont Torgaus Revierleiterin: Es gab nur 25 Fälle im Torgauer Stadtgebiet im Jahr 2024. „Einbrüche richten sich nicht nach der Jahreszeit, sondern nach der Frage: Gibt es etwas zu holen? Einbruchstäter kommen, wenn sie Wertgegenstände vermuten – nicht, weil es früher dunkel wird“, erläutert Mann.
Warum ist Nordsachsenso sicher?
Die Gründe für die insgesamt niedrigen Einbruchszahlen in Nordsachsen sieht die Polizei in einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Einerseits gebe es im ländlichen Raum eine deutlich geringere Anonymität als in Großstädten. „Täter können hier nicht einfach in der Masse verschwinden. Die Anonymität ist gering – und das spricht sich bei professionellen Tätern herum.“
Andererseits profitiere der Landkreis von einer starken polizeilichen Präsenz. „Wir sind rund um die Uhr präsent, und wir kennen viele unserer Wiederholungstäter persönlich. Das erleichtert Ermittlungen – und schreckt ab“, so Prause. Diese Präsenz, vor allem durch die Bürgerpolizisten, sei keineswegs selbstverständlich. „Bei uns konnten die Anzahl der Polizeireviere im Rahmen der Neustrukturierung im Jahr 2013 gehalten werden – das sorgt für Sicherheit. Wir haben noch die Möglichkeit, echte Polizeiarbeit zu leisten.“ Bürgerpolizisten, kurze Wege, viel Kontakt zu den Gemeinden – das alles stärke das Sicherheitsgefühl und die tatsächliche Sicherheitslage.
Zudem: Wenn Täter nach erfolgreicher Ermittlungsarbeit in Haft gingen, wirke sich das meist sofort auf die Statistik aus: „Wenn Serientäter gefasst werden, gehen die Zahlen sofort runter. Manchmal hängt ein ganzes Dutzend Einbrüche an ein paar Personen.“
So schützt man sein Zuhause
Trotz der insgesamt erfreulichen Sicherheitslage rät die Polizei dazu, einige grundlegende Vorkehrungen zu treffen, um das eigene Zuhause zu schützen. Besonders wirksam sei aus Sicht der Beamten: ein Haustier, insbesondere ein Hund, so Prause. Ein Einbruch werde häufig schon dadurch verhindert, dass ein Hund im Haus sei oder dessen Anwesenheit zumindest vermutet werde. Einbrecher ließen größtenteils sofort von einem Objekt ab, sobald sie einen Hund bellend wahrnehmen.
Darüber hinaus empfehlen Prause und Mann, technische Lösungen einzusetzen, die das Eindringen erschweren oder zumindest riskanter machen. Dazu gehören robuste Schlösser, Bewegungsmelder, moderne Rollläden und abschließbare Fenstergriffe. Eine Alarmanlage sei für viele Haushalte sinnvoll, aber selbst ein gut sichtbarer Hinweis auf eine Alarmanlage könne bereits abschreckend wirken. „Professionelle Täter prüften ein Gebäude genau, bevor sie einbrechen. Wenn ein Einbruch zeitaufwendig oder riskant erscheint, lassen sie in der Regel meist davon ab.“ Sollte ein Haushalt über smarte Haustechnik verfügen, könne diese ebenfalls sinnvoll eingesetzt werden, um Licht, Rollläden oder andere Funktionen aus der Ferne zu steuern. Dadurch lasse sich selbst aus dem Ausland ein bewohnt wirkender Eindruck erzeugen.
Ein ebenfalls wirkungsvolles Mittel sei die Unterstützung durch die Nachbarschaft. Bürger sollten Nachbarn darum bitten, während eines Urlaubs den Briefkasten zu leeren oder auch regelmäßig Licht anzuschalten. So entstehe der Eindruck eines bewohnten Hauses, was besonders wichtig sei, um spontane Einbruchstaten zu vermeiden. Gleichzeitig weist die Polizei deutlich darauf hin, dass Social-Media-Aktivitäten ein erhebliches Risiko bergen können. Urlaubsposts seien äußerst gefährlich, da viele Täter solche Informationen gezielt auswerten würden.
